Sections 7702 und 817(h) des IRC: der US-Compliance-Rahmen für PPLI-Verträge
Für US-Steuerpflichtige hängt jeder Vorteil, den die Private Placement Lebensversicherung bietet, ob unbesteuerte Verzinsung, unbesteuerte Policendarlehen oder einkommensteuerfreie Todesfallleistung, an einer einzigen Bedingung: Der Vertrag muss sich nach dem Internal Revenue Code als Lebensversicherungsvertrag qualifizieren. Zwei Vorschriften regeln diese Qualifikation, und jeder Berater, jeder Anlagechef eines Family Office, jeder Steuerrechtler in einem US-Mandat muss sie beherrschen. Section 7702 definiert, was steuerlich eine Lebensversicherung ist. Section 817(h) schreibt vor, wie die darin gehaltenen Anlagen diversifiziert sein müssen. Zusammen bilden sie die Architektur, in der sich das PPLI bewegt und in der es jederzeit bleiben muss.
Für einen vollständigen Überblick lesen Sie unsere Analyse der Private Placement Lebensversicherung (PPLI).
Für US-Steuerpflichtige. Die Sections 7702 und 817(h) entscheiden darüber, ob ein Vertrag für die US-Bundeseinkommensteuer als Lebensversicherung gilt. Sie betreffen US-Steuerpflichtige und die Versicherer, die an sie verkaufen, nicht die Besteuerung in Deutschland, Österreich oder der Schweiz.
Für Familien mit Wohnsitz in Deutschland gilt stattdessen § 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG: die Besteuerung in Deutschland mit der 12/62-Regel. In der Schweiz gilt das Schweizer Recht: die Versicherungslösung in der Schweiz. In Österreich gelten das österreichische Einkommensteuer- und Versicherungssteuerrecht; der Eignungs-Check unterscheidet alle drei Länder.
Section 7702: die Definition
Section 7702 wurde 1984 eingeführt, um eine gesetzliche Definition der Lebensversicherung für Zwecke der US-Bundeseinkommensteuer zu schaffen. Zuvor gab es keinen einheitlichen Maßstab: Die Definition variierte nach Bundesstaat, Produkt und Auslegung der IRS. Section 7702 beendete die Unklarheit mit zwei alternativen Tests; der Vertrag muss einen davon erfüllen.
Der Cash Value Accumulation Test (CVAT) verlangt, dass der Rückkaufswert zu keinem Zeitpunkt die einmalige Nettoprämie übersteigt, die die künftigen Leistungen des Vertrags finanzieren würde. Praktisch stellt er sicher, dass die Todesfallleistung den Rückkaufswert stets deutlich übersteigt, dass der Vertrag also echten Versicherungsschutz bietet und nicht bloß ein abgeschirmtes Anlagekonto ist.
Der Guideline Premium Test (GPT) funktioniert anders. Er deckelt die kumulierten Prämien auf eine Grenze, die sich aus versicherungsmathematischen Formeln ergibt, und zwar unter Berücksichtigung des Alters der versicherten Person, der Todesfallleistung und vorgeschriebener Zins- und Sterblichkeitsannahmen. Hinzu tritt der Corridor Test, der für jedes erreichte Alter ein Mindestverhältnis der Todesfallleistung zum Rückkaufswert verlangt: 250 % für Versicherte unter 40 Jahren, absteigend bis 100 % mit 95 Jahren.
Die meisten PPLI-Verträge werden unter dem GPT gestaltet, der beim Prämienfluss mehr Spielraum lässt. Er erlaubt in den meisten Konstellationen höhere Prämien im Verhältnis zur Todesfallleistung als der CVAT, und der Corridor Test passt zu der Gestaltung, die das PPLI bevorzugt: eine Todesfallleistung am Mindestkorridor, die die Risikokosten so niedrig hält wie möglich und zugleich die Qualifikation wahrt.
Section 7702A: die MEC-Grenze
Auch ein nach Section 7702 qualifizierter Vertrag kann nach Section 7702A als modified endowment contract (MEC) eingestuft werden, wenn die Prämien zu rasch fließen. Der Seven-Pay-Test deckelt die kumulierten Prämien der ersten sieben Jahre auf jene gleichmäßige Jahresprämie, die den Vertrag in sieben gleichen Raten ausfinanzieren würde.
Es geht um den Zugriff zu Lebzeiten. Außerhalb des MEC-Status: Rückkäufe bis zur Höhe der eingezahlten Prämien unbesteuert, Policendarlehen unbesteuert. Im MEC-Status: Rückkäufe und Darlehen nach dem Last-in-first-out-Prinzip. Die Gewinne kommen zuerst heraus und werden als ordentlicher Ertrag besteuert, mit einem Strafzuschlag von 10 % vor Vollendung des 59,5. Lebensjahres.
Die meisten Verträge werden daher so strukturiert, dass der MEC-Status vermieden wird: Die Prämien werden über mehrere Jahre verteilt, in der Höhe, die der Seven-Pay-Test für den gewählten Versicherungsschutz zulässt. In einzelnen Konstellationen nimmt man ihn bewusst in Kauf, um rascher zu dotieren, namentlich wenn die Nachfolge im Vordergrund steht und kein Zugriff zu Lebzeiten erwartet wird. Die Todesfallleistung bleibt unabhängig vom MEC-Status einkommensteuerfrei.
Beschreiben Sie Ihre Frage zur Private Placement Lebensversicherung und die beteiligten Länder als Ausgangspunkt für das Gespräch.
Frage stellen →Wird ein Vertrag versehentlich zum MEC, etwa durch eine zu hohe Zuzahlung, kann der Versicherer nach Rev. Proc. 2008-39 eine Korrektur beantragen. Voraussetzung ist ein unbeabsichtigter, nicht gravierender Fehler. Der Versicherer schließt mit der IRS ein Closing Agreement, leistet eine Zahlung und bringt den Vertrag in Ordnung, etwa durch Rückzahlung überschießender Prämien. Auch hier besteht kein Anspruch, und nicht jeder Fall ist zugelassen.
Section 817(h): die Diversifikation
Section 817(h), 1984 zeitgleich mit Section 7702 eingeführt, adressiert ein eigenes Problem: das Risiko, dass fondsgebundene Verträge dazu dienen, konzentrierte Einzelpositionen in einem steuerlich begünstigten Vertrag zu halten. Sie verlangt, dass die zugrunde liegenden Anlagen «angemessen diversifiziert» sind, und überlässt die Schwellen den Treasury Regulations.
Section 1.817-5(b) der Regulations legt die Konzentrationsgrenzen fest: höchstens 55 % des Kontowerts in einer einzelnen Anlage, 70 % in zweien, 80 % in dreien, 90 % in vieren. Die Prozentsätze werden im Durchgriff auf die zugrunde liegenden Vermögenswerte der im Vertrag gehaltenen Fondsvehikel angewandt.
Gemessen wird zum letzten Tag jedes Kalenderquartals. Nach Section 1.817-5(c)(1) gilt das Konto für das Quartal auch dann als diversifiziert, wenn es die Grenzen innerhalb von 30 Tagen nach dem Quartalsende einhält. Ein neues Konto gilt im ersten Jahr nach der ersten Zuführung ohnehin als diversifiziert, ein Immobilienkonto unter Umständen bis zu fünf Jahre (Section 1.817-5(c)(2)).
Hält das Konto die Grenzen weder zum Quartalsende noch innerhalb dieser 30 Tage ein, sind die Folgen erheblich: Der Vertrag gilt für dieses Quartal und die folgenden nicht mehr als Lebensversicherungsvertrag, auch wenn das Konto später wieder diversifiziert ist, und der Versicherungsnehmer versteuert die Erträge als laufendes Einkommen (Section 1.817-5(a)(1)). Auf Absicht kommt es dabei nicht an; der Test ist objektiv.
Für ein unbeabsichtigtes Versäumnis gibt es einen eng begrenzten Ausweg (Section 1.817-5(a)(2)). Der Versicherer muss gegenüber der IRS nachweisen, dass der Fehler unbeabsichtigt war, das Konto innerhalb angemessener Frist nach der Entdeckung wieder diversifizieren und die Zahlungen leisten, die die IRS verlangt. Das Verfahren regelt Rev. Proc. 2008-41: Antrag auf eine Ruling, ein Closing Agreement und eine Ausgleichszahlung des Versicherers. Einen Anspruch darauf gibt es nicht; die Abhilfe setzt die Zustimmung der IRS voraus.
Die praktischen Schwierigkeiten
Konzentrierte Positionen. Eine Familie, die einen einzelnen Private-Equity-Fonds oder eine einzelne Immobilie in ihren Vertrag legen möchte, kann das nicht unmittelbar: Die 55-%-Grenze steht entgegen. Der Weg führt über ein Fondsvehikel, das daneben weitere Anlagen hält, sodass das Vehikel selbst im Durchgriff die Anforderungen erfüllt.
Illiquide Anlagen. Private Equity, Venture Capital und Immobilien werden selten bewertet und können zum Stichtag spürbare Neubewertungen erfahren. Steigt eine Position allein durch eine Neubewertung über die Grenze, schützt Section 1.817-5(d): Reine Marktschwankungen machen ein zuvor diversifiziertes Konto nicht nachträglich undiversifiziert. Anders liegt es, wenn die Abweichung unmittelbar nach einem Erwerb besteht und ganz oder teilweise auf diesem Erwerb beruht, etwa nach einer Nachzeichnung, einem Kapitalabruf oder einer Umschichtung. Deshalb gehört jeder Zukauf vorab gegen die Grenzen geprüft, und Verwalter und Versicherer überwachen die Quoten laufend.
Die Durchgriffsregeln. Die Regulations verlangen den Blick durch die im separaten Konto gehaltenen Fonds hindurch. Hält der Vertrag Anteile an einem Fondsvehikel, das seinerseits Beteiligungen an weiteren Fonds hält, wird die Analyse komplex. Sie setzt Informationen der Verwalter über die Zusammensetzung ihrer Portfolios voraus, die nicht immer in Echtzeit vorliegen.
Der Durchgriff auf Fondsvehikel
Section 1.817-5(f) der Regulations erlaubt den Durchgriff durch bestimmte Fondsvehikel: Gemessen werden dann nicht die Fondsanteile als eine einzige Anlage, sondern anteilig die Vermögenswerte des Fonds. Fondsvehikel für Versicherungsverträge (insurance-dedicated funds) sind genau darauf hin konstruiert.
Der Durchgriff greift nicht automatisch: Er setzt nach Section 1.817-5(f)(2) unter anderem voraus, dass die Anteile nur separaten Konten von Versicherern offenstehen und der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind (das Exklusivitätserfordernis), und die zugrunde liegenden Vermögenswerte müssen die Schwellen einhalten. Der Verwalter sichert das dauerhaft, und der Versicherer überwacht die Einhaltung in der Regel im Rahmen seiner Vertragsverwaltung.
Der gesetzgeberische Kontext 2026
Der am 13. April 2026 von Senator Ron Wyden eingebrachte Protecting Proper Life Insurance from Abuse Act (S. 4279) würde dem IRC eine Section 7702C hinzufügen. Der Entwurf würde jedem applicable private placement contract die Behandlung als Versicherung versagen, dessen zugrunde liegendes segregiertes Konto nicht mindestens 25 solcher Verträge auf vollständig anteiliger Basis trägt; Verträge derselben oder verbundener Personen zählen dabei als einer. Das wäre ein Wechsel der Natur: ein strukturelles Erfordernis der Poolung, jenseits der Konzentrationsschwellen der 817(h).
Stand Oktober 2026 ist der Entwurf eingebracht, aber nicht Gesetz. Die Debatte ist amerikanisch und betrifft amerikanische Verträge; europäische Strukturen unterliegen ihrem eigenen Rahmen. Die Einbringung unterstreicht dennoch den Wert einer konservativen Strukturierung mit ausreichenden Diversifikationspuffern, belastbarer Überwachung und Anpassungsfähigkeit.
Gute Praxis
Der Versicherer sollte jährlich bestätigen, dass der Vertrag die Tests der Section 7702 erfüllt. Der Verwalter sollte die Anforderungen der 817(h) quartalsweise nachhalten, mit festgelegten Verfahren zur Umschichtung vor dem Stichtag, falls sich eine Abweichung abzeichnet. Die Steuerberatung sollte das Ganze periodisch prüfen, um die fortdauernde Einhaltung der Doktrin der Anlegerkontrolle und der Voraussetzungen zur Vermeidung des MEC-Status zu bestätigen.
Die Compliance-Last ist real, aber beherrschbar. Sie ist der Preis für eine der wirksamsten steuerlich begünstigten Anlagestrukturen, die US-Steuerpflichtigen offenstehen. Familien, die sie mit derselben Sorgfalt angehen, die sie ihrer Vermögensverwaltung und der Governance ihres Family Office widmen, stellen fest, dass die Struktur über Generationen verlässlich funktioniert.
Für einen Versicherungsnehmer mit Wohnsitz in Deutschland oder der Schweiz gehört dieser amerikanische Rahmen zusammen mit einem örtlichen Berater auf das Regime des eigenen Wohnsitzes abgestimmt.
Fragen zu diesem Rahmen beantworten wir in der vertraulichen Beratung, schriftlich und auf Deutsch; die steuerliche Prüfung eines US-Falls gehört zu einem US-Steuerberater.
Diese Darstellung dient der Information. Eine Rechts-, Steuer-, Anlage- oder Versicherungsberatung ist sie nicht und ersetzt sie nicht.

Eldar verantwortet Strategie, Research und Partnerschaften von PPLI.com. Er hat PPLI.com 2020 übernommen und befasst sich seitdem mit Private Placement Life Insurance.
Noam Cohen hat diesen Beitrag am 20. Oktober 2026 gegengelesen: die Begriffe, den Praxisbezug zu Privatbanken und Family Offices und die genannten Quellen. Die Durchsicht ist keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung und keine Freigabe im Sinne unserer redaktionellen Standards; Rechtsstand und Zahlen prüfen Ihre eigenen Berater. Hinweise auf Fehler: [email protected].
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