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Jurisdiktionen

Schweiz und Liechtenstein nach dem 30. November 2025

21. Juli 2026 · 3 Min. Lesezeit · Von Eldar Edmond Grady

Am 30. November 2025 haben die Schweizer Stimmberechtigten ein deutliches Urteil gefällt. Die von den Jungsozialisten lancierte Initiative für eine nationale Erbschaftssteuer von 50 Prozent auf große Vermögen wurde mit 78,3 Prozent Nein-Stimmen verworfen. Kein einziger Kanton stimmte zu. Die Klarheit dieses Ergebnisses ist bemerkenswert und verdient eine nüchterne Einordnung.

Für vermögende Familien in der Schweiz und darüber hinaus bedeutet das Ergebnis zunächst eines: Der Status quo der kantonalen Erbschaftsbesteuerung bleibt bestehen. Die Sorge vor einer einschneidenden nationalen Zusatzbelastung, die die Initiative ausgelöst hatte, hat sich politisch nicht durchgesetzt. Das Votum bestätigt die Stabilität, für die der Standort Schweiz seit langem steht.

Was das Votum bedeutet und was nicht

Ein deutliches Abstimmungsergebnis ist eine Momentaufnahme des politischen Willens, keine Garantie für alle Zeit. Die Debatte um die Besteuerung großer Vermögen wird in vielen Ländern geführt, und ein einzelnes Votum beendet sie nicht. Die Klarheit des Schweizer Ergebnisses spricht jedoch dafür, dass eine Mehrheit der Stimmberechtigten einen radikalen Umbau der Erbschaftsbesteuerung ablehnt.

Für die Vermögensplanung folgt daraus keine Entwarnung im Sinne von Untätigkeit, sondern die Bestätigung, dass langfristig angelegte Strukturen auf einem stabilen Fundament stehen. Wer sein Vermögen über Generationen ordnet, plant nicht für eine einzelne Abstimmung, sondern für Jahrzehnte. Die Stabilität des Schweizer Rahmens ist in dieser langen Perspektive ein Wert an sich.

Liechtenstein im neunten Wachstumsjahr

Wenige Kilometer östlich zeigt sich eine parallele Entwicklung. Der Versicherer Liechtenstein Life verzeichnete 2025 das neunte Wachstumsjahr in Folge, wobei das Deutschland-Geschäft um 45 Prozent zulegte. Das Wachstum belegt die anhaltende Nachfrage nach Versicherungslösungen aus dem Fürstentum, gerade aus dem deutschsprachigen Nachbarland.

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Liechtenstein hat sich als Standort für den Versicherungsmantel einen festen Platz erarbeitet. Das Fürstentum ist über den Europäischen Wirtschaftsraum an den europäischen Binnenmarkt angebunden, verfügt über ein stabiles Rechtssystem und eine auf vermögende Kunden ausgerichtete Versicherungswirtschaft. Für deutsche Kunden ist die Nähe in Sprache, Recht und Erreichbarkeit ein praktischer Vorzug. Die grundlegende Funktionsweise des Mantels beschreibt der Beitrag Was PPLI für deutschsprachige Familien bedeutet.

Die Rolle der Versicherungsmäntel aus der Region

Schweiz und Liechtenstein bieten Versicherungsmäntel, die sich in Anlegerschutz und Gestaltungsfreiheit mit den etablierten Standorten messen. Beide Rechtsordnungen kennen einen ausgeprägten Schutz des Policenvermögens und erlauben die individuelle Strukturierung des zugrunde liegenden Portfolios innerhalb der aufsichtsrechtlichen Grenzen. Für Familien mit Bezug zur Region ergibt sich daraus eine naheliegende Alternative oder Ergänzung zum Luxemburger Vertrag.

Die Wahl zwischen den Standorten ist keine Frage von besser oder schlechter, sondern der Passung. Sie hängt vom Wohnsitz der Familie ab, von den beteiligten Jurisdiktionen, von der Währung des Vermögens und von den erbrechtlichen Zielen. Der liechtensteinische Vertrag mag für eine Familie mit starkem Deutschland-Bezug näherliegen, der Luxemburger für eine breit über Europa verteilte Struktur. Beide bewegen sich innerhalb des europäischen Rechtsraums und der geltenden Transparenzstandards. Wie sich der Luxemburger Standort entwickelt hat, behandelt der Beitrag Luxemburg, Rekordjahr.

Stabilität als Standortvorteil

Die Ereignisse des Jahres 2025 unterstreichen einen gemeinsamen Nenner der Region. Schweiz und Liechtenstein bieten vermögenden Familien ein Umfeld politischer und rechtlicher Stabilität, das in einer Zeit wachsender Debatten um die Vermögensbesteuerung an Bedeutung gewinnt. Das klare Schweizer Votum und das anhaltende Wachstum in Liechtenstein sind zwei Ausdrücke desselben Vertrauens.

Für die Vermögensordnung mobiler Familien sind beide Standorte ernstzunehmende Optionen. Sie verbinden die Vorzüge des Versicherungsmantels mit der Nähe zum deutschsprachigen Raum und einem stabilen rechtlichen Umfeld. Welche Struktur im Einzelfall die richtige ist, lässt sich nur nach Prüfung der konkreten Situation mit qualifizierter steuerlicher und rechtlicher Beratung beantworten.


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